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Studie warnt vor digitalen Gesundheitsangeboten

© flown  / pixelio.de

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80 % der Internetsurfer suchen Gesundheitsinformationen im Netz. Dabei deckt die Studie “Praxis Dr. Internet” eine schlechte Qualität von Gesundheitsinformationen im Internet auf und warnt vor irreführenden Selbstdiagnosen und –behandlungen.

 

 

Die Studie hat mehr als 41 Millionen Google-Suchanfragen der Deutschen zu insgesamt 50 Krankheiten und Diagnosen über einen Zeitraum von 12 Monaten ausgewertet. Das Ergebnis zeigte regionale Unterschiede beim Krankheitssuch-verhalten der Deutschen.  So gibt es in den Großstädten Hamburg, Bremen und Berlin durchschnittlich 1 bis 1,18 Suchen pro Einwohner (im Alter von 14 bis 75 Jahre), während in ostdeutschen Bundesländern gemäß Central Studie gerade einmal 0,3 bis 0,44 Krankheitssuchen pro Einwohner jährlich durchgeführt werden.

Meistgesuchte Krankheiten online

Interessant ist auch die Rangfolge aller gesuchten Krankheiten. Zur Auswahl standen 50 Krankheiten – 35 Krankheiten, die bei Allgemein- und Fachärzten am häufigsten diagnostiziert werden und 15 Krankheiten, bei denen Betroffene nicht sofort zum Arzt gehen.  An erster Stelle der gesuchten Krankheiten im Netz liegt die Schilddrüsen-vergrößerung mit durchschnittlich 294.000 Suchen pro Monat. Gefolgt von der Volkskrankheit Diabetes mit 140.220 Suchen pro Monat und Hämorrhoiden mit 127.400 Suchen pro Monat. Als Grund für Platz 1 nennt die Studie die vielfältigen Ursachen und damit vielfältigen Therapieansätze von Schilddrüsenerkrankungen. Damit einhergehend ergibt sich das große Informationsbedürfnis der Patienten.

Akuten Handlungsbedarf zeigt sich auch nach der Analyse von mehr als 100 Ratgeberseiten im Internet. Ein Ärzteteam analysierte mittels eines umfassenden Webseiten-Checks Ratgeberseiten nach den Kriterien Vollständigkeit, Belegbarkeit der Empfehlung nach medizinisch relevanten Quellen und Ausgewogenheit. Das Ergebnis ist ernüchternd und attestiert eine dürftige Qualität der veröffentlichten Gesundheitsinformationen: Mehr als 30 % der bewerteten Webseiten schnitten mit „mangelhaft“ oder sogar „ungenügend“ ab. Über alle 100 Webseiten hinweg wurde gerade einmal die Durchschnittsnote „ausreichend“ erzielt.

„Das sei Grund genug für eine  Qualitätsoffensive  der Gesundheitsinformationen im Netz“, erklärt der Leiter des Gesundheitsmanagements der Central, Dr. Markus Homann und spricht sich daher für verbindliche Standards aus.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie unter: www.central.de

Updated: November 12, 2015 — 11:42
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