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Digitale Technologien in der Medizin

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Nach Ansicht von Fachleuten können digitale Technologien großen Nutzen für Gesundheit und medizinische Versorgung bringen. Das zeigt eine repräsentative Studie, die der Digitalverband Bitkom anlässlich der hub conference in Auftrag gegeben hat. Für die Studie wurden 102 Experten (Geschäftsführer und Vorstände von Pharmaunternehmen) rund um das Thema eHealth befragt.

 

Maßgeschneiderte Arzneimittel, implantierte Mikrochips oder Operations-Roboter: das sind die digitalen Technologien, die die Medizin und die Gesundheitswirtschaft in den nächsten zehn Jahren nachhaltig verändern werden. Dabei könnten diese Technologien dazu beitragen, Krankheiten wie Krebs zu besiegen (erwarten acht von zehn der Befragten) oder die Lebenserwartung der Menschen verlängert werden (erwarten sieben von zehn der Befragten).

Auch eine bessere Vorbeugung vor Krankheiten und damit eine Kostenreduktion in der medizinischen Versorgung wird durch den Einsatz der digitalen Technologien erwartet. Passgenaue Therapien durch die Herstellung individueller Arzneimittel ist damit ebenfalls in der Zukunft möglich. Eine bedeutende Rolle werden außerdem IT-gestützte Diagnoseverfahren spielen (sogenannte „Decision Support Systeme“). Dabei handelt es sich um Computer, die mit medizinischen Datenbanken verbunden sind und die Daten in Sekundenschnelle auswerten können. Das hilft Ärzten, Krankheitsbilder schneller und präziser zu erkennen und geeignete Therapien vorzuschlagen.

Generell erwarten die Experten, dass der telemedizinische Austausch zwischen Ärzten und Spezialisten eine große Rolle spielen wird. So kann dieser Austausch einen Hausarzt unterstützen, Röntgenaufnahmen per Videotelefonie gemeinsam mit einem Fachkollegen auszuwerten. Bei telemedizinisch unterstützten Operationen könnten so in komplizierten Fällen Spezialisten herangezogen werden.

Fortschritte der Digitalisierung unterstützen Ärzte

Neben der Individualisierten Medizin, den IT-gestützten Diagnoseverfahren und der Telemedizin gibt es zahlreiche medizinische Verfahren, die mit Hilfe digitaler Technologien neu entwickelt bzw. optimiert werden können. Operations-Roboter würden künftig noch mehr eingesetzt werden. Therapie-Systeme mit Medikamenten und digitalen Produkten wie Apps, die bei der Einnahme unterstützen, werden verstärkt eingesetzt werden und die Herstellung von Prothesen und Implantaten aus dem 3D-Drucker werden Alltag sein.

Durch die Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft werden sich neue Geschäftsmodelle auftun, neue Produkte und Dienstleistungen werden die Wettbewerbssituation in der Pharmabranche verändern und herkömmliche medizinische Verfahren optimieren.

„Die Chancen der Digitalisierung für die Medizin und damit für die Menschen sind noch lange nicht ausgeschöpft“, sagt Dr. Bernhard Rohleder, Geschäftsführer der Bitkom.

Weitere aktuelle Befragungsergebnisse zur Digitalisierung in der Medizin und der Pharmabranche wurden auf der hub conference in Berlin  am 10. Dezember 2015 präsentiert.

Weiterführender Link:

www.hub.berlin

Updated: March 3, 2016 — 14:55
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